Monatsarchiv für September 2008

Sep 15 2008

Was wäre, wenn mein Leben perfekt wäre?

Kennen Sie das? Sie kritisieren häufig an sich herum, finden regelmäßig Dinge, die Sie an sich nicht mögen und die dringend verbessert werden müssten. Damit kann man sich gut beschäftigen – und ein gewisses Maß an persönlichem Wachstum entsteht daraus ebenfalls, wenn man diese „Anfälle“ tatsächlich dazu nutzt, an eigenen Themen zu arbeiten.

Doch was bringt es wirklich, sich ständig mit sich selbst zu beschäftigen? Oft führt es lediglich dazu, wieder ein Selbsthilfebuch oder einen Ratgeber zu kaufen, diese zu lesen und vielleicht sogar die eine oder andere Aufgabe darin auszuprobieren. Das befriedigt den inneren Kritiker oder die Kritikerin für einige Zeit – bis die nächste Situation auftaucht, in der wir uns nicht wohl fühlen oder den Eindruck haben, dass mit uns etwas nicht stimmt. Gehen nicht alle anderen auf Partys oder Netzwerkveranstaltungen mit Leichtigkeit auf andere zu? Hat der Kollege nicht viel höhere Umsätze, die man ja im Leben nicht erreichen wird? Wie macht er das nur? Ist die Freundin nicht viel besser … schöner … schlanker … jünger … charmanter … usw. Die Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Doch wem nutzen diese Gedanken?

Na, dem Buchhandel und den Coaching- und Seminaranbietern mal auf jeden Fall. Ganze Bereiche leben hiervon – und zwar nicht schlecht :-) Und wie gesagt, entsprechend genutzt, können solche Fragen auch dazu führen, Weiterlesen »

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Sep 14 2008

Jenseits von Richtig und Falsch

Autor: Ulrike Bergmann. Abgelegt unter Reflektion

Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort. Dort treffen wir uns.

Rumi, persischer Mystiker

Das erste Mal fand ich diesen Satz in den USA auf einer Postkarte. Sie gefiel mir und so nahm ich sie mit. Für einen späteren Zeitpunkt, wenn dieser Satz einmal passend sein würde. Jahre später war es soweit: Ich hatte eine grundlegende Differenz mit einer Freundin, in der ich erkannte, dass wir zu keinem Ergebnis gelangen konnten, solange wir in Gegensätzen von Richtig und Falsch dachten. Dabei hatten wir beide „Recht“ – denn jede hatte ihren Blickwinkel auf das, was vorgefallen war. Jede kam mit ihren eigenen Vorstellungen, Erfahrungen und Erwartungen in die Situation – und damit fanden wir keinen Konsens. Gerne hätte ich ihr damals diese Karte geschickt, doch sie erschien mir zu sehr wie der “Wink mit dem Zaunpfahl”. Die Beziehung hat auch so keine Fortsetzung gefunden. Ich finde es immer noch schade, doch so ist der Lauf der Dinge. Vielleicht finden wir irgendwann einen neuen Anknüpfungspunkt – an dem Ort jenseits von Richtig und Falsch.

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