Jan 12 2009

Ach wär’ ich doch im Süden!

Autor: Ulrike Bergmann. Abgelegt unter Was wäre wenn,Wünsche

Wenn es wie derzeit in Deutschland so richtig kalt ist und ich oft friere, denke ich gerne Ach wär’ ich doch im Süden! Auch wenn ich es liebe, am zugefrorenen Nymphenburger Kanal entlang zu laufen und den Schlittschuhläufern, Eishockeyspielern und Eisstockschützen zuzuschauen, war es dieser Tage mal wieder so weit. Die Sehnsucht nach Wärme, Sonne und damit Entspannung meiner frierenden Muskeln war sehr groß. Also habe ich mir Zeit genommen und den Gedanken etwas weiter gesponnen.

Was wäre, wenn ich einfach meinen Koffer packen … und für einige Zeit in den Süden gehen würde? Zum Beispiel von Weihnachten bis Anfang März. Das machen andere doch auch. Also, warum nicht?! Ich gab mich für einige Zeit diesem Gedanken hin, spielte damit und das kam dabei heraus:

Ich malte mir aus, wie ich mich in einen Zug setze und gen Süden, vorzugsweise nach Italien fahren würde. Das ist von München aus ein beliebtes Ziel und ich kenne dort auch schon einiges. So müsste ich mich nicht erst einfinden, sondern meine Sehnsucht nach Sonne und Wärme in einem mir zumindest ein wenig bekannten Gefilde befriedigen. Ach, wie schön das wäre! Ich freute mich gerade an diesem Gedanken, als eine andere Stimme Halt! schrie. Wie war das, als wir vor Jahren einmal im Februar zu einem Kurzurlaub in der Toskana waren? Kalt und ungemütlich war es und wir haben reichlich gefroren. Beim Gedanken an die klammen, feuchten Zimmer schied Italien sofort aus. Da war es ja Zuhause besser. Hier habe ich wenigstens Decken und Wärmflaschen…

Doch es gibt ja noch andere Regionen, in denen das Klima zu dieser Jahreszeit freundlicher ist als bei uns. Manche erzählen mir von den Kanaren, andere empfehlen die Karibik, wieder andere reisen um diese Jahreszeit nach Thailand, Bali oder andere asiatische Feriengebiete. Doch all diese exotischen Ziele haben mich bislang nicht gereizt. Und nur wegen ein wenig Sonne und Wärme dorthin zu reisen – nein, das kommt nicht in Frage!

Beim weiteren Nachdenken wurde mir immer deutlicher, dass man für alles, was man sich wünscht, auch einen Preis zu zahlen hat. In diesem Fall wäre es der (vorübergehende) Abschied von lieben Menschen, mit denen mich auch ein Gefühl der Nähe und Vertrautheit verbindet. Woanders wäre ich erst einmal fremd, kenne niemanden und fange zunächst damit an, mir einen Bekannten- und Freundeskreis aufzubauen.  Je länger ich darüber nachdachte, desto deutlicher wurde mir, dass der innere Anbtrieb, solch eine Idee in die Tat umzusetzen, einfach zu gering ist. Spätestens mit den ersten warmen Sonnenstrahlen gehört dieser Wunsch schon wieder der Vergangenheit an. Meist schon viel früher. Hatte der Wetterbericht nicht bereits angekündigt, dass es bald wieder wärmer wird? Darauf vertraue ich jetzt ;-)

Andere Wünsche sind da viel beständiger. Sie tauchen seit Jahren konstant und in immer gleicher Form auf. Einer davon steht auf jeder meiner Wunschlisten, auch wenn ich ihn bislang noch nicht realisiert habe. Mit jedem Aufschreiben komme ich ihm ein Stück näher, erhält er eine weitere Facette und bleibt so in mir lebendig, bis ich soweit bin, ihn auch zu realisieren. Dieses Jahr ist einer schon ganz oben auf der Prioritätenskala gelandet. Heute wurde mir bewusst, dass ich ihn auch in kleinen Einheiten verwirklichen und damit schon bald einen ersten Geschmack davon haben kann. Dieser Wunsch ist nicht davon bestimmt, dass es mal wieder kalt ist in Deutschland. Bei ihm weiß ich genau, was ich damit verbinde, denn ich habe es schon einmal erlebt. Daher kann ich mir auch vorstellen, wie es sein wird, wenn ich ihm endlich mehr Raum gebe. Ich kann schon spüren, wie es sein wird :-) und deshalb heute einen ersten Schritt dafür getan. Der Anfang ist gemacht!

3 Kommentare

3 Kommentare to “Ach wär’ ich doch im Süden!”

  1. Lächeln… « Hagebuttensenfam 14. Januar 2009 um 01:17 1

    [...] am Ende so eines Tages bekomme ich eine sms von einer lieben Freundin von weit her und lese einen Newsletter von Ulrike Bergmann, der Mutmacherin, die darin zum Beispiel einen Kurzfilm über Wertschätzung anteast. Puhhh, denke ich, und wische [...]

  2. Ulrike Bergmannam 14. Januar 2009 um 19:33 2

    Hier der Auszug, auf den sich die Verfasserin bezieht:
    Wertschätzung einmal anders
    Der englische Begriff „validation“ hat viele Bedeutungen, angefangen von Abrechnung über Entwertung bis Gültigkeit. In einem sehr berührenden Video auf YouTube erhält noch eine weitere Bedeutung: Wertschätzung. Auch wenn Sie kaum englisch verstehen, werden Sie den Sinn dieser Geschichte verstehen:
    http://www.youtube.com/watch?v=Cbk980jV7Ao

    Den kompletten Newsletter finden Sie hier:
    http://www.zielerreichung.de/mut_impulse.html

  3. claudiaam 16. Februar 2009 um 11:11 3

    Nicht dass es hier in südfrankreich z.Z. besonders warm wäre, aber die fast tägliche Sonne ist auch im Winter ein Genuss. Letztes Jahr bin ich von Frankfurt ins Languedoc gezogen und bereue die Entscheidung überhaupt nicht. DAnk der moderen Kommunkation bin ich genug und öfter mit meinen Freunden in Deutschland verbunden als es häufig in Deutschland der Fall war. Bei mir heißt es also ich bin im Süden.

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