Wie Du Deinen Platz in der Welt findest

03.05.2021
Dein Platz in der Welt_600x340 Weiterempfehlen: Kategorie:

Heute erhielt ich die Anmeldung einer Frau zu meinem Webinar „Mut zum eigenen Weg“. Darin schrieb sie unter anderem: Ich habe keine Ahnung, was ich machen möchte - ich habe keine Talente und Begabungen.

 

Vor allem über diesen letzten Punkt bin ich gestolpert: „… ich habe keine Talente und Begabungen“.

Eines weiß ich mit absoluter Sicherheit: Das stimmt nicht!

 

Jeder Mensch hat Talente und Begabungen.

Mit ihnen kommen wir auf die Welt. Sie mögen nicht offensichtlich sein oder keinen bezahlbaren Wert haben. Dennoch sind sie vorhanden. Dies steht für mich außer Frage, wenn ich miterlebe, wie Kinder oder schwer behinderte Menschen ihre bedingungslose Liebe zum Ausdruck bringen. Das ist ein Talent! Auch wenn diese Begabung bislang nicht als materieller Wert angesehen wird. Es gibt noch unzählige andere Beispiele für Talente, die aus einer rein materialistischen Betrachtung heraus als wertlos angesehen werden.

 

Sehr häufig werden vorhandene Talente und Begabungen abgewertet und uns ausgeredet, sie werden madig gemacht oder nicht gefördert. In dem Umfeld, in dem Du aufgewachsen bist, hatten Menschen kein Verständnis dafür, was Dich ausmacht. Daher wird dies nicht gewürdigt, als nicht wichtig, gar unnötig oder „damit ist kein Geld zu verdienen“ betrachtet.

 

Wenn wir dies lange genug hören, glauben wir dies, bis wir schließlich überzeugt sind: Ich habe keine Talente oder Begabungen. Wir haben diese Meinung anderer so sehr verinnerlicht, dass wir es selbst glauben.

 

Welch ein Verlust für die Welt!

Wir brauchen die Vielfalt der Potentiale (also das Zusammenspiel der Talente, Fähigkeiten und Erfahrungen), damit die Welt ganz ist. Wenn nur ein Teil fehlt, ist die Welt unvollständig. Jeder Mensch, der seine Talente – aus welchen Gründen auch immer – nicht einbringt oder daran gehindert wird, ist wie ein fehlender Puzzlestein im Weltgeschehen. Sehr lange wurde über diese Anschauung gespottet, sie verlacht oder mit „Träum weiter!“ abgetan. Doch in den letzten Jahren ist immer deutlicher geworden, dass es ein Geschenk an uns alle ist, wenn Menschen ihren Platz in der Welt finden und einbringen, was sie ausmacht.

 

Warum Du Deinen Platz bislang nicht finden konntest

Wahrscheinlich hast Du schon mehrfach Anläufe unternommen, um Deinen Wünschen auf die Spur zu kommen oder Dir auszumalen, wo Du in einigen Jahren sein willst. Vor dieser Herausforderung bist Du schon öfter gestanden. In Bewerbungsgesprächen gehört die Frage nach den eigenen Zukunftsvorstellungen zum Standardrepertoire. Darauf kann man sich vorbereiten und eine allgemein gehaltene Antwort geben. Dafür gibt es Karriere- und Bewerbungsratgeber, die behilflich sind, damit Du in dieser Situation nicht ins Stottern kommst.

 

Auch bei Treffen im Freundeskreis spielt das Thema immer wieder eine Rolle. Seit Jahren sind die Magazine voll mit Beispielen von Menschen, die ihr Leben verändert und mutig neue Wege beschritten haben. Auch bei einem harmlos erscheinenden Austausch kann plötzlich die Frage auftauchen: und wie stellst Du Dir Deine Zukunft vor?

 

Mit dieser Frage hast Du Dich schon beschäftigt.
Doch so sehr Du Dich auch bemüht hast, es fällt Dir einfach nichts ein. Sobald Du an Deine Zukunft denkst, entsteht Nebel im Hirn. Du hast keine Vorstellung davon, was Du wirklich willst oder wie diese Zukunft aussehen könnte. Alles, was Du aufschreibst, fühlt sich falsch an.

Je länger Du Dich damit beschäftigst, desto weniger klare Gedanken kannst Du fassen. Am liebsten würdest Du Dich nicht weiter damit beschäftigen. Wenn es nicht auch Anzeichen gäbe, dass eine Veränderung ansteht…

 

Damit bist Du nicht alleine!

Es gibt viele Menschen, welche die „Ich weiß nicht, was ich will“-Blockade befällt, wenn sie mit der Frage konfrontiert sind: Erzählen Sie doch mal, wie Sie sich Ihre Zukunft vorstellen. Oder ähnliche Fragen.

 

Der Blackout hat seine Hintergründe. Diese Blockade trifft vor allem Menschen, die eine der folgenden Situationen erlebt haben:

 

Du wurdest nie gefragt, was Du möchtest.

Wie selbstverständlich haben andere für Dich entschieden – und Du hast Dich gefügt. Von klein auf hat sich nie jemand dafür interessiert, ob Du dies oder lieber jenes möchtest. Es wurde einfach über Deinen Kopf hinweg bestimmt, was für gut und richtig für Dich ist. Damit ist Dein eigener Wünsche-Impuls schon frühzeitig unterbunden worden und mit der Zeit verkümmert.

 

Du hast nie gelernt, dass Deine Wünsche wichtig sind.

Dieser Aspekt geht mit dem vorherigen einher. Er kann auch eine Folge davon sein. Wann immer Du für etwas Interesse gezeigt oder besondere Wünsche geäußert hast, wurde Dir dies ausgeredet. Stattdessen bist Du den Vorstellungen anderer gefolgt und hast dadurch den Zugang zu Deinen wahren Wünschen verloren.

 

Es war bislang nicht erforderlich, Dir Gedanken zu machen.

Auf Deinem bisherigen Weg hat sich eines zum anderen gefügt und die Ergebnisse haben weitgehend gepasst. Es war zwar nicht perfekt, aber auch wieder nicht so unangenehm, dass Du etwas verändert wolltest. Also hast Du die Dinge weiterlaufen lassen und Dich mit der Situation angefreundet.


Zur Lebensmitte ändert sich dies häufig.

Oder in einer weltweiten Krise, wie wir sie seit über einem Jahr erleben.


Plötzlich dreht sich die bis dahin angenehme Situation. Was bislang perfekt erschien, hat plötzlich keinen Reiz mehr. Oder Du erlebst ungewohnten Gegenwind oder veränderte Rahmenbedingungen.

 

Wie es eine Kundin erlebte, der vor der Elternzeit ein sanfter Übergang zurück in den beruflichen Alltag versprochen wurde. Als sie – wie vereinbart – nach sechs Monaten zurückkehrte, hatte sich der Wind gedreht. Ihr Vorgesetzter setzte nun alles daran, sie loszuwerden. Nach langem Rechtsstreit verließ sie das Unternehmen und stand plötzlich vor der Situation, dass sie sich völlig neu orientieren musste.

 

Es gibt noch zwei andere Varianten, die vielen Menschen Probleme bereiten:

 

Du kennst Deine Begabungen nicht.

Das ist die Situation der Interessentin, die ich am Anfang beschrieben habe. Wahrscheinlich hast Du Dich bereits in einem der vorherigen Punkte wiedererkannt.


In diesem Fall braucht es zunächst eine Änderung der Grundüberzeugung „Ich habe keine Talente…“.

Probiere in nächster Zeit aus, wie sich der Satz „Jeder Mensch hat Talente – und so auch ich“ anfühlt. Spiele damit oder finde eine ähnliche Aussage, die für Dich passt. Sage sie Dir täglich wie ein Mantra, bis Du wirklich daran glaubst.


Falls Dir dies allein nicht gelingt, empfehle ich Dir eine Sitzung zur Blockaden-Lösung. In kurzer Zeit (etwa eine Stunde) veränderst Du Deine alte Überzeugung und ersetzt sie mit einem förderlichen Glaubenssatz, der Dir neue Möglichkeiten und den Zugang zu Deinen ganz besonderen Talenten eröffnet.

 

Du hast viele unterschiedliche Interessen.

Du wanderst von einem spannenden Thema zum nächsten. Bei keinem verweilst Du länger und für keines kannst Du Dich ganz entscheiden. Immer fehlt etwas. Es fällt Dir schwer, an einer einzigen Sache dran zu bleiben oder nur ein einziges Ziel zu verfolgen.


Menschen wie Du werden als Surfer oder Scanner bezeichnet.

Sie bleiben so lange bei der Sache, bis sie genügend Informationen gesammelt haben und das Thema langweilig geworden ist. Daher lässt Du Dich nicht auf einen einzelnen Bereich, ein Vorhaben oder ein Ziel festlegen.

 

Auch bei Dir gibt es eine Systematik oder ein übergeordnetes Thema, das sich mit ein wenig Aufmerksamkeit herauskristallisiert. Dieses zu erkennen, ist allein oft schwierig. Daher bedarf es des Außenblicks oder sogar einer professionellen Unterstützung. Gerne helfe ich Dir, Dein persönliches Dach-Thema zu erkennen.

 

Was gehst Du vor, um Deinen Platz zu erkennen? Eine Anleitung :-)

Du hast Dich in einer dieser Beschreibungen wiedergefunden und willst etwas verändern?

Fange damit an, achtsam zu werden für die kleinen, sanften und bislang meist nicht beachteten Impulse. Hier ein paar Anregungen, wie Du dabei vorgehen kannst:


Was weckt Deine Aufmerksamkeit und Neugier?

Bei welchen Themen bist Du plötzlich hellwach und engagiert dabei? Es spielt keine Rolle, ob dies im privaten Bereich ist oder berufliche Fragestellungen oder Aufgaben. Wichtig ist nur, diese „Triggerpunkte“ zu erkennen und sie wahrzunehmen. Am besten schreibst Du sie Dir auf, sobald sie Dir auffallen. Sie sind so flüchtig wie Träume ;-)


Welche Menschen faszinieren Dich?

Wem lauschst Du voller Begeisterung – und warum? Achte darauf, was an diesen Begegnungen oder Informationen Du spannend, informativ oder anregend findest.


Notiere Dir eine Zeitlang alles, was Dich besonders beschäftigt.

Dies können ausgefallene Kochrezepte sein, sprachlich gut gelungene Anleitungen, ansprechende Fotos oder besondere Stimmungen. Egal, aus welchem Bereich. Es können Artikel in Zeitschriften sein oder im Internet… Strukturen in der Landschaft oder in Abläufen… Bemerkungen, die Du (mit)hörst und Dich weiter beschäftigen… Alles kann für Deine weiteren Schritte hilfreich sein.


Sammle einfach alles

Egal wo– in einer Mappe, einem elektronischen Ordner oder in einem Schreibbuch. Auch wenn Du zunächst noch nichts mit diesen Informationen anfangen kannst. Sortiere nichts aus, denn ein Detail, auf das Du jetzt keinen Wert legst oder Dir unverständlich oder komisch erscheint, kann später wichtige Hinweise geben.


Gib Dir Zeit dafür!

Dies ist keine Aufgabe, die Du in einer einzigen Woche erledigst. Wenn Du bislang keinen Zugang zu Deinem Potential oder Deinen Wünschen hattest, kann es einige Zeit dauern, bis Du genügend Informationen als Basis für weitere Erkenntnisse gesammelt hast. Vertraue darauf, dass Du wissen wirst, wann es Zeit ist, Deine Sammlung zu analysieren.


Hole Dir Unterstützung

Es ist oft, nicht so einfach den roten Faden in Deiner Sammlung zu erkennen. Gemeinsam mit einer außenstehenden Person – egal, ob Freundin oder Coach – ist es einfacher, diesen zu erkennen oder herauszufinden, wie sich mehrere Interessen zu etwas Eigenem verknüpfen lassen.

 

Eine Ergänzung zu einer detaillierten Sammlung ist ein Zukunftsposter, mit dem Du Deinen verborgenen Wünschen auf die Spur kommst. Meist scheitern wir weniger daran, dass wir nicht wissen, was wir wirklich wollen, sondern dass unser Kopf im Wege steht. Dem schiebst Du mit diesem Vorgehen einen kleinen Riegel vor. Hier findest Du eine Anleitung für ein Zukunftsposter

 

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