Eine Wanderung zum Selbst

11.04.2022
Wanderung zum Selbst_600x340 Weiterempfehlen: Kategorie:

Vor über 20 Jahren habe ich sie zum ersten Mal an einem Karfreitag unternommen und inzwischen ist sie zu einem liebgewonnenen Ritual geworden: meine Medizinwanderung. Sie brachte einen neuen Blick auf mein bis dahin leicht gestörtes Verhältnis zu diesem Feiertag. Für mich lag auf diesem Tag immer eine besondere Düsternis, und ich war regelmäßig froh, wenn er endlich vorüber war.

 

Bis ich in diesem besonderen Jahr (welches genau es war, erinnere ich nicht mehr) mit drei Freundinnen über Ostern auf der Insel Gozo war. In einem spirituellen Buch, das ich zur Inspiration mit in diesen Urlaub genommen hatte, war beschreiben, wie sich der Karfreitag zum Innehalten, Reflektieren und als Halte-Punkt im eigenen Leben nutzen lässt.

 

Das wollte ich ausprobieren und habe den Tag mit einer besonderen Wanderung gestaltet, die mich – nur mit einer Flasche Wasser und einem Notizbuch ausgerüstet – um die halbe Insel führte. Es wurde eine eindrückliche Erfahrung und erwies sich als eine Wanderung zu meinem Selbst. Seither habe ich diese Wanderung viele Male durchgeführt. In diesem Beitrag stelle ich sie Dir als Anregung für ein eigenes Karfreitags- oder Osterritual vor, das sich auch an jedem anderen Tag des Jahres durchführen lässt ;-)

 

Das eigene Leben würdigen und Erkenntnisse gewinnen

Mein Vorgehen lehnt sich an die indianischen rituellen „Medizinwanderungen“ an. Dort ist sie Teil der Initiations- und Heilungszeremonien und als Selbsterfahrungsweg ein Teil der Visionssuche-Arbeit. Das Wort „Medizin“ bezieht sich darauf, dass alles, was uns an diesem Tag begegnet, heilsam für unser Leben ist. Im Sinne von: uns heil und ganz werden lässt.

 

Mit dem hier vorgestellten Vorgehen begibst Du Dich, je nach Deinem persönlichen Ziel, für ein paar Stunden bis zu einem Tag, hinaus in die Natur. In seinem Verlauf würdigst Du Dein Leben und gewinnst Erkenntnis, Kraft und Stärke.

 

Diese Wanderung ist keine Wanderung im üblichen Sinn, sondern ein Sich-treiben-Lassen. Sie hat kein konkretes Ziel, sondern dient dazu. Immer wieder spüren, wohin es Dich zieht… Pausen einlegen… Fragen nachspüren… Antworten auftauchen lassen...

 

Drei Regeln zur Unterstützung

Anders als bei der klassischen Medizinwanderung, gibt es für dieses Ritual nur drei „Regeln“, die den Rahmen bilden:

 

Starte Deine Wanderung bewusst.

Mache Dir bewusst, wie Du mit dem Start eine Schwelle überschreitest. Am Ende Deiner Wanderung kehrst Du über diese oder eine andere Schwelle wieder zurück in Deinen Alltag. Diese Schwelle kann unmittelbar an Deiner Haustüre sein, ein Bach, der zu überqueren ist oder das Betreten eines Waldes oder einer Wiese, mit der Du Deine Wanderung beginnst und in gewisser Weise diesen Start markierst.

 

Nimm eine konkrete Frage mit auf Deinen Weg.

Auch wenn es sich um eine Wanderung mit offenem Ausgang und ohne vorgegebene Route handelt, so ist es doch hilfreich und förderlich, ihr einen klaren Fokus zu geben. Überlege Dir im Vorfeld, was Du Dir für dieses Ritual wünschst und was die dazu passende Frage sein kann. Hast Du einen konkreten Anlass für Deine Wanderung, so ergibt sich hieraus die Frage, mit Du Dich auf den Weg machst.

 

Stehst Du an einem Wendepunkt, können diese Fragen hilfreich sein:

  • Was bewegt mich so, dass ich mich voll und ganz dafür einsetzen möchte?
  • Wofür will ich künftig gehen?
  • Was ist mir wichtig für die Zukunft?

Neben den „ich“- Fragen – wie den drei zuvor genannten, bei denen Du im Mittelpunkt stehst – kannst Du auch eine Frage wählen, mit der Du die Kontrolle über mögliche Ergebnisse vollständig abgibst:

  • Was soll durch mich entstehen?
  • Was will in mein Leben treten?
  • Was will werden?

Damit öffnest Du Dich für größere, auch überraschende Möglichkeiten, die jenseits Deiner bisherigen Vorstellungen und manchmal sogar über dem Ausmaß dessen liegen, was Du Dir bislang vorstellen konntest. Vertraue darauf, dass immer genau das entsteht, was JETZT (= in der nächsten Zeit) genau richtig für Dich und Deinen weiteren Weg ist.

 

Halte fest, was Dir begegnet.

Gedanken sind flüchtig. Daher ist es wichtig und sinnvoll, wenn Du Deine Ideen, Impulse und Erkenntnisse aufschreibst. Damit hältst Du sie fest als Basis für eine weitere Beschäftigung nach Deiner Rückkehr. Gut ist auch, wenn Du Dein Handy an diesem Tag zu Hause lässt – oder es zumindest auf stumm oder Flugmodus stellst. Vertraue darauf, dass Du den Weg zurück findest und sicher heimkehrst. So wie es früher war, als Mobiltelefone noch nicht verbreitet waren ;-)

 

Wie läuft die Wanderung ab?

Wähle einen Tag ohne sonstiges Programm.
Damit bist Du frei, Dich so lange draußen zu bewegen, bis tiefgreifende Antworten aufgetaucht sind oder Du Dich mit den Erfahrungen und dem Ergebnis wohl fühlst. Das kann dein Geburtstag sein, ein Gedenktag oder – wie in meinem Fall: der Karfreitag.

 

Starte so früh wie möglich.
Idealerweise startest Du in der Morgendämmerung. Auf diese Weise gehst Du mit dem Sonnenaufgang in die Helligkeit und nutzt die volle Kraft des Lichts. Nimm Dir etwas zu trinken und zu essen mit, damit Du unterwegs nicht einkehren musst. Dies ist sinnvoll, um Dich möglichst wenig abzulenken und ganz in die Magie dieses Tages einzutauchen.

 

Schreibe auf, was Dir begegnet.

Du brauchst Schreibzeug, um Deine Erlebnisse und Erkenntnisse festzuhalten. So kannst Du später Deine Geschichte dieses Tages erzählen, was eine gute Art ist, den Tag nachzuvollziehen. Schließlich brauchst Du noch eine wasserfeste Unterlage, auf der Du jederzeit Platz nehmen und auch länger verweilen kannst.


Dann geht es los.

In der Natur bist Du gefordert, Deine Schritte aufmerksam zu setzen. Du begegnest Tieren, Pflanzen, Steinen und erkennst mit ihnen oder durch sie Zusammenhänge – zu Dir persönlich, für Deine Lebenssituation oder als Hinweis auf die Frage, die Dich durch den Tag leitet.

 

Nach und nach entdeckst Du im Einfachen und Naheliegenden erste Antworten auf Deine Frage. Du erkennst Zusammenhänge, zum Beispiel über den zwischen einem Stolperer und Stolpersteinen in Deinem Leben. Du spürst, was Dich berührt, anregt und bewegt – und möglicherweise auch ärgert, beängstigt und fordert. Nach und nach entstehen immer Erkenntnisse und es entsteht eine Verbindung zu Dir und Deinem Leben.

 

Es spielt keine Rolle, welchen Weg Du wählst und was Dir begegnet.

Alles hat Bedeutung als Antwort auf Deine Frage. Gehe mit offenen Sinnen, sei aufmerksam auf die kleinen und großen Dinge, die Dir ins Auge fallen und Deine Aufmerksamkeit leiten. Nimm wahr, was Dir begegnet – was Du siehst, hörst und wie Du Dich fühlst.

 

Es gibt nichts, was Du falsch machen könntest. Alles ist gut so, wie es ist.

Selbst wenn Du am Ende das Gefühl hast: Es ist nichts passiert!
Sei sicher, dass in den folgenden Tagen die eine oder andere Erinnerung auftaucht und Dir einen Hinweis liefert.

Solltest Du selbst zu keinen Ergebnissen gelangen, unterstütze ich Dich gerne darin, die Symbolik Deiner Erlebnisse und Erfahrungen zu entschlüsseln und für Deinen Weg zu nutzen.

 

Ich wünsche Dir gute Erfahrungen und kraftvolle Erkenntnisse!

    • Auftakt-Coaching
    • Buchbestellung
    • Rückrufservice
    • Siehe Fragen / Wünsche
    Darf nicht fehlen
  • Ist ungültig
    • Ich bin damit einverstanden, dass meine mitgeteilten Daten gespeichert und zur Bearbeitung meiner Anfrage und Kontaktaufnahme telefonisch oder per E-Mail genutzt werden. Eine Weitergabe meiner Daten an Dritte erfolgt nicht. Meine Einverständniserklärung kann ich jederzeit kostenfrei und ohne jeden Nachteil mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen.
    Darf nicht fehlen
  • Anfrage senden