Erzähle kraftvolle Geschichten über Dich und Dein Leben

10.08.2019
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Kürzlich auf einem Netzwerktreffen. Nach dem Vortrag saßen wir noch in kleiner Runde beisammen und tauschten Geschichten aus – über das Leben im Allgemeinen, über Zukunftsperspektiven und unsere Rolle darin. Es war eine breite Palette von Erzählungen. Darunter waren lustige, nachdenkliche, bestärkende, erinnernde und angstvolle Beiträge.


Auf dem Heimweg dachte ich darüber nach, was ich gehört hatte und was diese Geschichten über den jeweiligen Menschen aussagten. Und auch, wie ich mich beteiligt hatte und was dadurch entstanden ist. Ich war zum zweiten Mal in diesem Kreis und erhielt an diesem Abend viel Resonanz auf die Themen, die ich einbrachte. Das ist häufig so, wenn ich mich aktiv beteilige und meine Meinung kundtue.


Das brachte mich auf die Idee, mir mehr Gedanken über unserer persönlichen Geschichten und deren Wirkung zu machen.

 

Gute Geschichten sind hypnotisch und wirksam

Seit einigen Jahren ist immer wieder zu lesen, wie wichtig das Storytelling für unseren unternehmerischen Erfolg ist. Hier wird es keine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte eines guten Storytellings geben. Stattdessen möchte ich Dir zeigen, wie unsere persönlichen Geschichten entstehen und was sie in uns und bei anderen auslösen. Du erfährst, wie Du vergangene Situationen neu bewerten kannst und daraus frische und motivierende Erzählungen entstehen lässt. Denn eines ist sicher: Geschichten wirken immer!

 

Aus welchem Stoff bestehen Deine Geschichten?

Je älter wir werden, desto umfangreicher ist das Repertoire an Geschichten. Schließlich haben wir schon sehr viel erlebt. Wir sind durch unzählige Erfahrungen gegangen, die uns geprägt, aus denen wir etwas über das Leben gelernt und Strategien abgeleitet haben. Wir haben Situationen erlebt, die wir als Herausforderungen empfunden und gemeistert haben. Oder wir wurden von den Abgründen des Lebens heimgesucht und haben diese mit Mühe und Not überlebt.


Alles eine Frage des Blickwinkels und des eigenen Naturells.

Wer dazu neigt, das halbleere Glas zu sehen, wird den Fokus auf das lenken, was nicht gelungen ist und sich selber als Opfer der Umstände oder anderer Menschen erkennen. Das spiegelt sich dann auch in den jeweiligen Geschichten, die oft von Drama und Schwere geprägt sind. 
Wer hingegen zum Optimismus tendiert und das halbvolle Glas erkennt, richtet den Blick auf das Ergebnis und erkennt sich selber als Verursacherin und darüber als Person, die in der Lage ist, auch aus vertrackten Situation mit „einem blauen Auge davon zu kommen“ oder sogar siegreich aus einer schon verloren geglaubten Schlacht hervorzugehen.


So entstehen aus ein und derselben Situation unterschiedliche Varianten: die Heldinnengeschichte*, das Drama mit (un)gutem Ausgang, eine Entwicklungsgeschichte („Von der Fast-Insolvenz zum positiven Kontostand“) und andere Versionen von kraftvollen oder Erzählungen. 

* Einige Geschichten von mutigen Alltags-Heldinnen findest Du auch in diesem Blog über die Kategorie "Geschichten"

 

Varianten des Immer-Gleichen oder Neubewertung – Du entscheidest!

Was nicht heißt, dass wir die gleiche Situation in immer gleicher Weise erzählen.

Es kann passieren, dass wir einmal die Heldin und das nächste Mal das Opfer sind. Oft hängt dies davon ab, wem wir unsere Geschichte erzählen. Sprechen wir in der Familie darüber, bleiben wir meist unserer gewohnten Rolle verbunden und unterstreichen diese damit. Treffen wir uns mit Beteiligten der Situation, kann sich diese Rolle wandeln, denn hier kommt es auch zu einem Austausch über die gemeinsam erlebte Situation („Weißt Du noch, wie wir…“).

 

Manchmal schwelgen wir innerlich lange in einer alten Geschichte, die uns nicht recht loslässt - egal, wie lange das Erlebnis her ist.

Bewusst eingesetzt, kannst Du Dir ein früheres Ereignis noch einmal vor Augen führen und entdecken, was diese Situation mit Dir gemacht hat. Vielleicht erlebst Du dann, wie Du Dich durch diese innere Zeitreise plötzlich wieder klein, ohnmächtig oder hilflos fühlst. Wie Du dies ändern kannst, erfährst Du weiter unten.

 

Geschichten wirken – immer!

Alles, was Du erzählst, hat eine Wirkung – auf Dich selber (meist unbewusst) und auf diejenigen, die sie hören. Du kannst Dich damit aufbauen, motivieren oder auch feiern.

Es kann auch das Gegenteil passieren. Du hebelst Dich aus, wenn sie davon handelt, was Du nicht erreicht hast, wo Du nicht mutig (genug) warst oder einfach mit Deinen Vorstellungen gescheitert bist. Manches Mal ist es auch eine Kombination aus beidem: aus der Distanz betrachtet, erkennst Du in der Niederlage den Samen von späteren Erfolgen.

 

Was ist mit den Menschen, die unsere Geschichten hören oder lesen?

Manches, was wir von anderen hören, berührt uns teil, anderes bringt uns auf neue Gedanken. Gute Geschichten lassen uns eine persönliche Situation mit anderen Augen betrachten, sie zeigen uns einen anderen Blickwinkel oder gar einen Ausweg. Somit können sie als Vorbild dienen oder ins Handeln bringen.

 

 

Wieder andere Geschichten sind so großartig, dass wir uns nach ihrer Lektüre noch viel kleiner oder unfähiger fühlen als zuvor. Das passiert leicht mit Erzählungen, in denen es vorrangig um „größer, schneller, weiter“ geht und die Protagonisten scheinbar keine Herausforderungen oder Brüche erlebt haben. Daher ist es wichtig, eine Dramaturgie zu entwickeln und der Geschichte eine gute Balance zu geben.


Wie mit vielen Dingen im Leben kommt es auf die aktuelle Situation an, wie eine Geschichte wirkt.

 

Das gilt auch für Dich selber und bedeutet, dass Du Dein Erleben neu einordnen kannst und daraus eine andere oder sogar neue Geschichte entstehen lassen. Wie dies geht, zeige ich Dir hier.

 

Welche Geschichte(n) erzählst Du über Dich – und was lösen sie aus?

Wie steht es mit Deiner oder Deinen zentralen Geschichten?
Welche Bedeutung haben diese für Dich und wie wirken sie auf andere?

 

Nimm Dir dazu eine Geschichte, die Du besonders gerne und häufig erzählst, und spüre ihrer Wirkung mit diesen 5 zentralen Fragen nach:

 

Frage #1: Wie oft erzählst Du diese Geschichte?

Bei welchen Anlässen kommt sie zum Einsatz?

Magst Du die Geschichte immer noch, auch nachdem Du sie schon so oft erzählst hast, oder kannst Du sie langsam selber nicht mehr hören… Dann wähle eine neue Geschichte :-)

Hat Deine Geschichte eine Botschaft oder eine Moral (ein Begriff, der etwas aus der Mode gekommen ist) für andere? Wenn ja, welche ist dies?
Oder ist es einfach „nur“ eine Geschichte, die Dich in einem guten Licht, als Held oder Macherin dastehen lässt - oder das Gegenteil bewirkt und Mitleid erzeugt ("Auch, Du Arme...!")?

Finde heraus, welche Wirkung Du bei anderen erzielst und wie Du diese - wenn gewünscht - noch vertiefen kannst. 

 

Frage #2: Was sind die zentralen Elemente Deiner Geschichte?

Gibt es darin eine Dramaturgie oder plätschert sie leise dahin?

Geschichten brauchen eine klare Struktur mit Anfang, Hauptteil und Schluss. Sind diese vorhanden?
Welche Rolle hast Du dabei inne?

Mögliche Rollen, auf die Du hier achten kannst, sind Träumer, Handelnde, Retterin oder Opfer… Sind dies Deine gewohnten Rollen oder handelst Du in dieser Geschichte anders als sonst? Worin liegt in diesem Fall der Unterschied?

 

Frage #3: Was löst die Geschichte in Dir aus?

Fühlst Du Dich damit wohl? Gefällt sie Dir und erzeugt ein Wohlgefühl in Dir?

Achte genau auf das, was in Deinem Körper geschieht, wenn Du sie erzählst. Wo kannst Du eine Resonanz wahrnehmen?

Wie bewertest Du diese, als hell und leicht oder eher dunkel und schwer?

Was nimmst Du möglicherweise darüber hinaus wahr? Vielleicht gibt es weitere Impulse, die Du für eine Neubewertung nutzen kannst…

 

Frage #4: Wie könntest Du diese Geschichte künftig ANDERS erzählen?

Das könnte mit mehr Tempo sein oder langsamer, mit mehr Pausen. Du kannst den Ablauf verändern und ihr damit eine andere Aussage geben - zum Beispiel statt der Opfer- die Heldinnenrolle einnehmen. Natürlich kannst Du auf das Gegenteil machen und ausprobieren, wie es sich anfühlt, der Loser darin zu sein...
Du kannst weglassen, was weniger bedeutsam ist und Dich auf die Aspekte konzentrieren, die eine klare Dynamik erzeugen.
Probiere aus, wie sich die Geschichte verändert, wenn Du Dich auf einige wesentliche Punkte konzentrierst und alles weglässt, was bewertend ist oder die Erzählung nicht weiterbringt.


Meine Empfehlung:
Nimm den bisherigen Text mit dem Handy auf und höre ihn Dir zu unterschiedlichen Tageszeiten an. Lass ihn wirken und lausche dem Nachhall in Dir ;-)

 

Frage #5: Welche ANDERE Geschichte könntest Du erzählen?

Sicher gibt es in Deinem Leben viele weitere Ereignisse und Erfahrungen, die es wert wären, geteilt zu werden. Erstelle eine Liste mit Begebenheiten, die Dich geprägt haben. Was hat sie besonders gemacht, so dass sie in Deiner Erinnerung noch lebendig sind.

Finde Ereignisse, die Dich in „neuem Gewand“ darstellen oder einen Aspekt von Dir zeigen, der den meisten Menschen unbekannt ist. Damit kannst Du das nächste Mal diejenigen überraschen, die Deine Geschichte(n) schon x-mal gehört haben, darüber ins Gähnen kommen oder die Augen rollen ;-)

 

Mit diesen Anregungen erweiterst Du Dein Potential an Illustrationen für unterschiedliche Begegebenheiten. Gerade im unternehmerischen Kontext ist es wichtig, immer wieder gute, emotionale Geschichten parat zu haben, die Dich und Dein Angebot greifbarer machen und zeigen, welche Ergebnisse für Deine Kund*innen möglich sind.

 

Wenn Du mit Geschichten mehr Wirkung in und für Dein Business erzielen möchtest, empfehle ich Dir meinen Wachstumstag.

Darin gewinnst Du Zugang zu Deiner größeren Vision, die Du anschließend in eine neue, kraftvolle Geschichte gießt. Sie ist Deine Basis für klare Entscheidungen und mutig-leichte weitere Schritte.

 

Im nächsten Beitrag erzähle ich Dir die Geschichte meiner Reise in die Mongolei.

Ich liebe Abenteuer und die Zeit dort war von einer Reihe besonderer Abenteuer geprägt. Noch brauche ich etwas Zeit, die passenden Worte für meine Erfahrung zu finden. Also: Bleib‘ dran! Bald ist es soweit :-)

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